Licht und Schatten

Wieder ein passendes „Winterthema“, obwohl wir bei der Feuerwehr sicher auch während der anderen Jahreszeiten mal „etwas“ Licht brauchen…Es soll in diesem Artikel aber nicht um das ganz große Ausleuchten von Einsatzstellen mit Lichtmast, Powermoon und Co gehen, sondern viel mehr um das persönliche Licht, also Taschen- bzw. Helmlampen, Handscheinwerfer und so weiter.
Der Markt an als solche bezeichneten Feuerwehrlampen ist mittlerweile recht groß geworden. Wir möchten hier keine Produktempfehlung aussprechen, sondern eher grundsätzliches behandeln.

“Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.” (J.W. von Goethe)

1. Braucht man mehr Licht als einen Handscheinwerfer?Handscheinwerfer, Helmlampe PELI, MAG-Lite, günstige Winkeltaschenlampe, UK 4AA mit Winkelkopf
Tja, früher hatte man auch nur den Standart-Handscheinwerfer und das Feuer ist trotzdem irgendwann aus gewesen. Früher sind wir aber auch mit Leder- oder Baumwolljacken in den Innenangriff vorgegangen. Durch die Entwicklung kleinerer und gleichzeitig auch leistungsstärkerer Lampen kann man aber nun deutlich praktischere Alternativen als den Handscheinwerfer benutzen. Praktischer sind Helm- oder Knickkopflampen zum Beispiel deswegen, weil man sie benutzen kann und dennoch mit zwei Händen Geräte mitnehmen und bedienen kann. Zudem sind die neuen Lampen in der Regel durch Hochleistungsleuchtmittel heller und haben teilweise eine größere Akkukapazität. Sollte man deswegen keine Handscheinwerfer mehr beschaffen? Keineswegs! Der Handscheinwerfer hat nach wie vor nützliche Funktionen: Er kann selbstständig stehen und benötigt dafür keinen Feuerwehrmann (SB). Durch die Blinkfunktion kann man den Handscheinwerfer auch zum Warnen vor Gefahrenstellen nutzen. Eine persönliche Lampe am Helm oder der Jacke ist also eine sehr gute Ergänzung aber kein Ersatz.

2. Knickkopf-, Stab- oder Helmlampe
IMG_7235_Das ist wahrscheinlich eine Glaubensfrage und ich hätte auch nach einer favorisierten Automarke fragen können. Nichtsdestotrotz kann man hier die Fakten mal zusammentragen. Eine Helmlampe hat sicher den Vorteil, das der Lichtkegel immer in Blickrichtung zeigt, ohne die Hände benutzen zu müssen. Andererseits gerät der Helm durch eine Lampe unter Umständen ins Ungleichgewicht und sitzt schief, das sieht nicht nur komisch aus, sondern führt eventuell zu Nacken- oder Kopfschmerzen. Man sollte auch dringend daran denken, die Lampe auszuschalten, wenn man mit jemanden von Angesicht zu Angesicht spricht, sonst blendet man seinen Gegenüber.
Stablampen
sind in der Regel als Helmlampen verwendbar. Großer Nachteil bei einer reinen Stablampe: Sie steht nur bedingt und bindet somit zwangsweise eine Hand zum Halten.
Eine Knickkopflampe kann, eine entsprechende Jacke oder eine andere Befestigung vorausgesetzt, praktischerweise am Körper getragen werden und leuchtet somit auch in die Blickrichtung, zumindest grob. Großer Vorteil: man hält den Kopf nicht schief, blendet niemanden und hat die Lampe auch dabei, wenn man den Helm nicht trägt.

3. LED oder GlühlampeVergleich zweier MAG-Lite Lampen, links Glühlampe, rechts LED
Man liest manchmal davon, dass LED die Farben „verzerren“ und somit das Farbsehen beeinträchtigen. Dieser Effekt ist definitiv bei manchen LED zu erkennen und sollte auch nicht vernachlässigt werden (z.B. beim lesen), allerdings konnte in meinen Versuchen mit LED und Glühlampen betriebenen Lampen kein Problem festgestellt werden. Allerdings gibt es bei Lampen mit LED ein kleines Problem: LED Lampen zeigen erst relativ spät an, wenn die Akku-/Batteriekapazität zu neige geht – nämlich im Prinzip erst, wenn sie ausgehen. Einer Glühlampe merkt man durch weniger Helligkeit früher an, dass die Leistung schwindet.

4. EX-Schutz für eine Taschenlampe
Braucht jeder Feuerwehrangehörige eine teure EX-geschützte Lampe?
Sicher nein, oder denkt ihr alle beim Einsatz daran den Piepser abzulegen oder eure Handys auszupacken? Und auch Feuerzeuge und ähnliches, sowie Funkenreißendes Werkzeug müssten dann bei den vielen Einsätzen unter explosiver Atmosphäre zu Hause bleiben…Es ist keine Frage, dass es Einsätze gibt, bei der es darauf ankommt, mit EX-Schutz zu arbeiten! Aber die Regel dürften Einsätze sein, die auch mit nicht besonders geschützten Lampen bearbeitet werden können. Der große Unterschied liegt im Anschaffungspreis: bei speziellen Helmlampen mit Halter ist der Unterschied nicht besonders dramatisch. Aber bei Knickkopflampen gibt es einfache Modelle aus dem Militärbereich, die sich bestens auch für die Feuerwehr eignen, allerdings keinen Ex-Schutz haben.

Tipp: Lampen mit schwarzem Gehäuse verliert man leicht. Deshalb kann man sich die, oftmals günstigeren, schwarzen Lampen mit etwas gelben und/oder roten Klebeband (alternativ fluoreszierend oder reflektierend) versehen und hat eine größere Chance, sie wieder zu finden.

5. Das Backup-Licht
In den USA ist es eigentlich die Regel, eine zweite Lampe als Backup oder zu deutsch Reserve dabei zu haben. Dies könnte eine Kombination aus Knickkopf oder Helmlampe sein, oder auch einfach eine zusätzliche, kleine Stablampe in der Jackentasche. Verliert man die Eine oder sind die Batterien am Ende, hat man immer noch etwas Licht in der Tasche.

Zum Abschluss noch ein paar kleine Tricks zum nachmachen, die das Handling der Lampen vereinfachen können…

Karabiner am HSWIMG_7233_
Ein einfacher großer Karabiner macht den Transport der Handscheinwerfer schon mal einfacher. Den Karabiner durch den Griff und dann am Breitgurt oder dem Pressluftatmergestell angeschlagen und die Hände bleiben frei.

„Knopf-Finder“ an der Taschenlampe
Quelle: www.vententersearch.comWer eine Stab-, Knickkopf- oder Helmlampe mit seitlichem Schalter benutzt, kann sich etwas Schlauch (z.B. von einem Infusionsset o.ä.) oder auch etwas dickeres Kabel darum wickeln und mit starkem Tape fixieren. Ein Ende des Schlauches befindet sich in unmittelbarer Nähe des Schalters. Fährt man nun mit der Hand an der Lampe entlang, landet man zwangsläufig beim Schalter. Funktioniert natürlich nicht, wenn die Lampe im Helmhalter sitzt und macht wenig Sinn bei Lampe mit Kopf-Drehschalter oder Heckschalter.

Lampenhalterung am Arm
Aus den USA kommt das so genannte SEARCHSLEEVE©. Das ist ein Halter aus textilem Material, in den man eine Stablampe steckt und das Produkt über den Arm zieht. So hat man die Hände frei, die Lampe dabei und kann leicht in verschiedene Richtungen zeigen. Verwendet man es an seinem „Sucharm“ zeigt es z.B. in die Arbeitsrichtung.

Quelle: www.thefirestore.com

Quelle: www.thefirestore.com

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Licht und Schatten

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